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27.5.2019 : 16:28 : +0200

Interview

Mandy:  Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie ihr euch im Lernbüro selbst was beibringen sollt. Wie geht denn sowas?

Gülten: Wir haben für Deutsch, Mathe und Englisch Ordner in der Klasse stehen, die die Arbeitsbögen für die aktuelle Unterrichtseinheit enthalten. In Mathe haben wir zur Zeit Karteikarten.

Mandy: Woher weißt du, wieviel du wann arbeiten musst?

Gülten: Die Lehrer schreiben uns am Anfang einen Wochenplan an die Tafel. Irgendwann können wir dann selbst einschätzen, wieviel wir uns aus der Unterrichtseinheit vornehmen können. Im Moment machen wir in Deutsch Balladen.

Mandy: Wie sieht denn so ein Wochenplan aus?

Gülten: An der Tafel steht dann:


Wochenplan

Lernbüro vom 13.9. bis 17.9.
Deutsch: Arbeitsbögen 26-30, Test am 20.9
Mathe: Karteikarten 9-12
Englisch Laufzettel Zeilen 15-18

Mandy: Aha. Und das steht dann jede Woche an der Tafel?

Gülten: Genau! Wir sehen uns dann die Blätter oder Aufgaben an und verteilen die Arbeit auf die Lernbürozeiten. Die Lehrer helfen uns am Anfang dabei.

Mandy: Und wann überlegt ihr euch das?

Gülten: Morgens in der Gruppenzeit planen wir in unserem Logbuch die Aufgabenverteilung. Wir schreiben für jedes Unterrichtsband auf, was wir uns vornehmen.

Mandy: Und wie kontrollieren die Lehrer eure Arbeit?

Gülten: Wir haben für jede Unterrichtseinheit einen Gesamtplan, einen so genannten Laufzettel. Dort stehen alle Arbeitsblätter drauf. Die Lehrer zeichnen dann die erledigten Aufgaben ab.

Laufzettel

Laufzettel

Lösungshefter

Mandy: Und wer kontrolliert, was ihr gemacht habt?

Gülten: Es gibt immer enien Lösungshefter. Wenn wir eine Aufgabe erfüllt haben, vergleichen wir zuerst mit einem Mitschüler. Dann nehmen wir uns den Lösungshefter und kontrollieren selbst.

Mandy: Dann könnt ihr doch gleich abschreiben.

Gülten: Ja, theoretisch schon. Aber das bringt uns ja nichts. Manche machen das auch. So wie sie früher die Hausaufgaben abgeschrieben haben. Aber hier hat der Lehrer mehr Kontrolle, weil er sieht, wie wir arbeiten und weil wir, bevor wir den Lösungshefter kriegen, erst mal vorzeigen müssen, was wir gemacht haben.

Frontalunterricht

Mandy: Und wann tragt ihr mal Gedichte vor oder wann erklärt euch der Lehrer was, wenn ihr immer nur selbständig an den Arbeitsbögen arbeitet?

Gülten: Wir haben auch alten Unterricht, wie früher. Die Lehrer planen solche Stunden ein. Dann lesen wir oder tragen Gedichte vor oder sprechen Englisch. Wenn wir in Englisch z.B. Texte hören wollen, dann gehen wir in den Teilungsraum. Dort haben wir CDs und können einen Text hören, so oft wir es brauchen.

Mandy: Was machen die Lehrer, während ihr arbeitet?

Gülten: Die Lehrer haben mehr Zeit, sich mit Einzelnen zu befassen. Sie wandern umher und beobachten uns und wenn sie sehen, dass jemand nicht richtig weiterkommt, setzen sie sich dazu und kümmern sich.

Mandy: Dann kann man nicht so leicht abtauchen. Ist ja gar nicht cool.

Gülten: Das stimmt. Wegducken geht nicht so einfach. Die Lehrer haben einen immer im Auge. Aber gut ist auch, dass wir mit anderen zusammenarbeiten können, dass wir uns draußen alleine hinsetzen können, dass wir immer in unserem Tempo arbeiten können.

Mandy:  Wie viele Schüler sitzen denn immer im Lernbüro?

Gülten: Wir haben in der Regeln pro 2 Klassen 3 Lehrer. Das heißt, wir sind im Lernbüro ca. 15 Schüler. Manchmal verteilt es sich auch anders, wenn wir z.B. einen Test vorbereiten in Englisch, dann sind wenig Schüler in Mathe und Deutsch und umgekehrt natürlich auch.